Gute Zeiten schlechte Zeiten
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Der Titel ist schlecht, ich weiß, ein Jeder wird sich an eine mehr oder weniger gute deutsche Fernsehsoap erinnern, aber mir fiel einfach kein besserer Titel für meine “gute und schlechte Dinge, die uns hier in letzter Zeit passierten” Liste, ein.
Es ist so wie es ist und jammern tut hier keiner, aber uns ist viel Mist in letzter Zeit passiert und nur wenige gute Dinge sind uns widerfahren. Es soll wohl alles eine (harte) Probe sein. Wer weiß das schon.
Schlechte Dinge, die in letzter Zeit passierten:
* Ein riesiger Schneesturm brachte uns enorm viel Schnee, so viel Schnee gab es seit 1876 nicht für Santa Fe (New Mexico). Leider saßen wir durch den Schneesturm ein paar Tage zu Hause fest. Straßen und Geschäfte wurden einfach mal gesperrt, da Santa Fe und Umgebung nicht auf soviel Schnee eingestellt ist und nicht genug Schneedienste hat.
* Nathan’s Auto steckt aufgrund des Schnees bei seiner Arbeit fest – zwei Tage kein Auto – da es keinen öffentlichen Busverkehr o.ä. hier draussen gibt, sitzen wir noch immer (wieder) zu Hause fest.
* Unsere Vermieter haben uns zu Nathans festsitzendem Auto gefahren, aber als wir dort ankamen, stellte sich heraus, dass Nathan seine Autoschlüssel vergessen hat. Wir mussten alle laut loslachen, weil der Weg durch den Schneesturm mit mehrmaligem Steckenbleiben und Freischippen recht anstrengend war, und nun, da wir endlich heil angekommen waren, fehlt der Schlüssel.
* Nathan’s Chef rammt sein Auto an der rechten Frontseite und nun ist Nathans Stoßstange samt Blinker und Lichtanlage kaputt.
* Nathan und Lawrence (einer unserer Vermieter) haben Schneeketten an Nathans Autoreifen gebaut, aber leider sind jene nach ein paar Sekunden des Fahrens wieder abgefallen, weil sie wohl anscheinend nicht die richtige Größe hatten.
* Ich hatte eine schlimme allergische Hautreaktion an meinem ganzen Körper und wir mussten daraufhin unser Haus sauber machen und die komplette Bettwäsche plus allerlei Decken und Vorhänge und alles was Stoff ist zum Waschsalon bringen (haben keine eigene Waschmaschine). Der günstige Waschsalon war natürlich geschlossen, somit haben wir das doppelte pro Waschladung in einem anderen Salon bezahlt, womit wir bei drei Waschladungen und Trockner auf 14 Dollar kamen.
* Ich hatte gleich an den ersten Tagen eine Blasenentzündung (oder ähnliches) und musste zum Arzt. Es hat mich 90 Dollar gekostet.
* Wir konnten Nathans Auto aus dem Schnee befreien, aber nun hat es ein Leck in der Servolenkung. Nathan hat am Auto einen ganzen Tag gearbeitet, im Schnee unterm Auto liegend, mit wenig Mitteln versucht ein kleines verrostetes Teil abzubekommen, alles an seinem freien Tag.
* Ich habe deutsche Kekse gebacken (aus dem Dr. Oetker Backbuch in englischer Version, was ich Nathan zu Weihnachten geschenkt habe). Leider sind die Kekse nicht so geworden, wie sie sollten. Der Teig war in der Konsistenz eigenartig und einfach viel zu trocken. Wie ich hörte, soll das Kochen und Backen hier anders funktionieren, da man sich ja in 2000 m Höhe befindet und somit hier ein anderer Luftdruck herrscht, der das Kochen und Backen beeinflusst.
* Wir sind immer noch eingeschneit und konnten nicht einkaufen gehen und uns ging das Brot aus. Also startete ich meinen zweiten Versuch und bakte Broetchen. Leider hatte ich wieder Probleme mit dem Teig. Es wurden keine Broetchen, es wurden flache harte Kekse, die auch noch von der Unterseite verbrannt waren. So ein Mist. Ich gebe auf.
* Wir mussten unser geplantes Silvester Abendessen im besten Sushi Restaurant der Stadt leider wieder absagen, da unser Auto immer noch kaputt und nicht fahrbereit ist.
* Der Typ, der die Silvester Knaller gekauft hat, ist leider nicht auf Amy und Joeys Silvester Party (wo wir waren) erschienen, somit hatten wir keine Raketen (was mich persönlich nicht weiter störte).
* Meine Haare werden hier unglaublich schnell fettig. Schon am nächsten Tag nach dem Waschen mag ich mir schon nicht mehr durch die Haare gehen. Meine Haut dagegen ist super trocken. Ich fühl mich überhaupt nicht wohl.
* Wir haben endlich eine Telefonleitung bekommen, aber leider können wir unser neues Telefon (was uns unsere Vermieter zu Weihnachten geschenkt haben) nicht nutzen, weil es im Hintergrund so schlimme Geräusche macht, dass man sich gegenseitig nicht verstehen kann.
* Wir haben eine Modem-flatrate für 8 Dollar pro Monat bestellt, aber leider funktioniert die Internetverbindung nicht richtig. Manchmal bekommt man einen ganzen Tag keine Verbindung und machmal wird man alle 5 bis 10 Minuten aus der Verbindung geworfen. Wenn wir dann eine Verbindung haben, ist es super langsam. So langsam war es nicht mal, als ich meine erste Modemverbindung 1999 hatte. An einem Tag brauchte ich vier Stunden, um meine Emails in gmail und in web.de zu checken. Mit DSL brauche ich dafür normalerweise weniger als eine Minute.
* Ich habe eine Jeans gekauft. Zuhause angekommen stellte ich fest, dass dieser Sicherheits-Anti-Klau-Farbknopf noch immer an der Hose war. Der Laden, wo ich die Hose gekauft hatte, ist ca. eine Autostunde von uns entfernt. Schöne Sch….
* Unsere Matratze ist nicht sehr bequem und wir beide haben standing Rückenschmerzen jeden Morgen wenn wir aufwachen. Die Futonmatratze hat eine tiefe Kuhle in der Mitte, so dass wir dort immer zusammenkullern. Kuschelig, aber nicht gut für unsere Rücken.
* Bisher kein Job in Sicht. Allerdings war es bisher auch kaum möglich großartig sich umzuschauen, da wir mitten im Schneesturm stecken, kein Telefon, Internet und meist auch keine Tageszeitung hatten, um dort nach Jobanzeigen zu gucken. Die einzige lokale Tageszeitung für Santa Fe war mehrmals ausverkauft, wenn wir uns im dicken Schnee zu Fuß auf den Weg gemacht hatten, nur um eine Zeitung irgendwo zu ergattern. Fehlanzeige.
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Nun zu den guten Dingen, die bisher passierten:
* Nathans Chef hat ihm eins seiner Autos geliehen, einen Mercedes 280C (Foto im englischen posting weiter unten oder in meiner Fotogalerie). Er kann das Auto so lange haben, bis sein eigenes heil ist. Allerdings darf er damit nur zur Arbeit und zurück fahren; nicht nach Santa Fe.
* Die Sonne scheint hier jeden Tag und es ist sehr warm, solange die Sonne halt scheint.
* Unser Haus ist warm und sehr gemütlich. Die Gasheizung heizt prima (im Vergleich zu den australischen Heizungen).
* Wir ernähren uns sehr gesund und essen nur das Beste vom Besten (naja, was anderes bin ich mit Nathan ja auch nicht gewohnt). Es gibt hier gute Supermärkte, die meist Ökolebensmittel anbieten und das auch noch zu günstigen Preisen. Trader Joe’s ist so ein guter Supermarkt.
* Nathans Freund Joey hat uns von zuhause mit seinem Auto abgeholt, damit wir Silvester nicht zuhause hocken müssen (da Auto ja noch immer kaput). Wir waren auf der Party von ihm und seiner Frau Amy.
* Unsere Vermieter sind sehr nett! Lawrence und David heißen sie und sind so nett, dass sie uns ständig mit Kuchen, Keksen und letztens mit einer mexikanischen Spezialität names „Tamales“ versorgen. Foto von „Tamales“ gibt es in meiner Foto Galerie.
* Der Arztbesuch hat mich nicht 150 Dollar gekostet, wie die Arzthelferin am Telefon sagte, sondern nur 90.
* Und: zum Glück habe ich doch noch eine private Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, denn schon nach ein paar Tagen brauchte ich sie. Glück gehabt.
* Nathans Chef hat Nathans Auto mit seinem Jeep aus dem Schnee gezogen. Warum er das nur nicht gleich am ersten Tag gemacht hat, oder wenigstens bevor wir stundenlang versucht haben, das Auto mit viel Mühe bei Minustemperaturen aus dem Schnee zu befreien, bleibt uns rätselhaft.
Wie man sieht, das schlechte überwiegt leider momentan, aber wir sind schon auf dem Wege der Besserung, also keine Sorgen machen. Alles wird gut (was für ein blöder Satz…).
Jan 13, 2007 - Deutsch & Natey&Cola & USA | 0 comments »No comments so far.
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