Eindruecke aus Santa Fe
Ein paar generelle Beobachtungen:
Es gibt hier bestimmt mehr Stoppschilder (schreibt man das so? sieht ja besch… aus) als anderswo in der Welt. Ich werde demnächst mal alle Schilder auf dem Weg in die Stadt zählen.
Entweder die Leute nehmen die Stoppschilder sehr! ernst oder sie fahren sie über, ohne mit der Wimper zu zucken. Die erste Gruppe dominiert hier.
Die Regeln der Autofahrkunst sind ein wenig anders in Santa Fe: an einer Kreuzung (ohne Ampeln) mit 4 Straßen und 4 Stopschildern, darf der zuerst fahren, der zuerst gestoppt ist. Nichts also mit rechts vor links. Was ist aber, wenn 4 Autos zur gleichen Zeit kommen und zur gleichen Zeit stoppen? Wer darf als erstes wieder fahren? Ich finde, dass ja nicht eindeutig genug. Nathan meint, naja, wenn ein Unfall passiert, dann kann man das ja an den Kratzspuren sehen, wer wem reingefahren ist und wer wie Schuld hat. Ich finde es trotzdem jedesmal spannend, wenn wir an Kreuzungen ranfahren und man genau gucken muss, wer hat nun zuerst gestoppt und so weiter…
Es scheint hier keinen Kreisverkehr zu geben. Nur Stopschilder und manchmal auch Ampeln ;o)
Thema Schneefall auf privaten Grundstücken: Niemand ist verantwortlich, wenn eine (fremde) Person auf einem verschneiten, vereisten Gehweig, der zu einem privaten Grundstück gehört, ausrutscht und/oder verletzt. Man muss auf sich selbst aufpassen.
Die Restaurants schließen sehr frühzeitig, meist schon um 20 Uhr oder manche auch “erst” um 21.30 Uhr. Wir sind bisher erst in drei Restaurants gewesen, aber eins davon war mitten im Stadtzentrum, gleich neben der beliebtesten Bar und trotzdem haben die (an einem Samstag) um 21.30 Uhr dicht gemacht. Ich frage mich, wieso? Ich gehe gerne spät essen.
Rauchen ist ja bekanntermaßen in öffentlichen Einrichtungen, Bars, Restaurants und dergleichen nicht erlaubt in den Staaten. In einer Bar hier gibt es für Raucher einen sogenannten “smoker’s bus”, also einen Bus für Raucher. Jener steht vor der Bar geparkt und Raucher nutzen ihn, um halbwegs warm und vor allem im Trockenen rauchen zu können. Schon im Vorbeigehen an diesem Bus kam mir eine übelst riechende kalte Rauchwolke entgegen. Ich möchte nicht wissen, wie der Bus von innen stinkt. Die Raucher mögen das vielleicht gar nicht wahrnehmen.
Die Straßen sind in einem meist sehr schlechten Zustand. Größere Schlaglöcher sind keine Seltenheit und man muss immer aufpassen, dass man um diese herumfährt, ohne The roads are in a bad condition (compared to German/European roads). We once drove through a concrete hole that was as wide as a car tire and as deep as my arm’s length. If we drove over it with a scooter or motor-bike, we probably would have broken our necks.
Es ist “legaler” ohne Führerschein zu fahren als den Briefkasten von Jemandem anzufassen. Für diese Tag kann man mal eben ins Gefängnis wandern, wenn es hart auf hart kommt. Letzes Jahr in Maine hatte ich ja meinen ersten Kontakt zu US Mailboxen. Ich hatte damals meine Digicam gezückt und wollte diese teilweise sehr rustikalen hübschen Mailboxen mal aus der Nähe ablichten. Dazu habe ich eine dann vorne aufgeklappt, um eine bessere Ansicht zu haben. Tja, dumm gelaufen. Das war ein Fehler, wie ich bemerkte als Nathan mich am Arm zog und mich laufenderweise hinter sich her zog, bis er mich hinter der nächsten Straßenbiegung auf meinen groben Fehler hinwies.
Viele Autos haben getönte Fensterscheiben und damit meine ich alle Fensterscheiben, bis auf die Windschutzscheibe. Also quasi einmal herum. Alles schwarz und keine Chance durchzugucken. Unheimlich. Sieht aus wie ein Alienmobil. Ich habe letztens vom Beifahrersitz in so ein dunkles Etwas geschaut, also quasi den Fahrer angeschaut und so getan, als wenn ich ihn sehen würde. Habe gegrinst und so ein paar Gesichtsausdrücke von mir gegeben. Meinte zu Nathan, dass man solchen Leuten zeigen muss, dass ihre Tönung nichts bringt und man dennoch durchsehen kann ;o)
Naja, Nathan meinte, das kann schnell nach hinten losgehen und die Person kann sich angegriffen fühlen und dann gibt es Ärger. Hmm…wie blöd, immer diese sensiblen Amis, die wahrscheinlich gleich ihre Waffe zücken. Ich bin einfach zu frech für dieses Land.
In dem kleinen Dorf “Los Alamos”, welches von uns nur 20 Minuten mit dem Auto entfernt ist, ist Amerikas größte Nuklearproduktion zu Hause. Hier werden die Bomben der Zukunft hergestellt (und hier wurde ja auch die erste Atombombe entwickelt). Na prima, und wir wohnen gleich nebenan. Letzten Freitag waren wir dort auf eine Party eingeladen und ich kann nur sagen: wir leben noch, aber vielleicht sind wir jetzt verstrahlt. ;o) Aber ich muss zugeben, dass die Gegend um Los Alamos sehr schön aussah, obwohl es bereits dunkel war, als wir durchfuhren. Werden uns die Gegend demnächst noch mal bei Tageslicht anschauen.
Nun folgen ein paar persönliche Impressionen:
Die Avocados hier sind großartig, super lecker und ein guter Grund eine Weile hier zu bleiben.
Ich konnte leider bisher keine guten schwarzen Oliven finden (Grüne sind bäh, ich liebe die schwarzen!). Ich vermisse die guten spanischen. Die einzigen schwarzen Oliven, die ich fand, waren Kalifornische.
Es ist sehr schwer gute Schokolade zu finden, und wenn man welche findet ist sie teuer. Zum Beispiel gibt es Ritter Sport oder Lindt Schokolade, aber ich suche nach Schokolade, die ich, wie z.B. Schogetten oder Sarotti Schoki, einfach mal schnell essen kann. Lindt ist mir dafür zu edel und Ritter Sport schmeckt mir nicht so besonders, dass es den Preis rechtfertigt (1 Euro hier). Vor allem vermisse ich auch die Vielfalt an Schokolade, wie ich sie aus Deutschland kenne…die KINDER Schoki und die ganzen Geschmacksvarianten. Hier gibt es Nuss oder Zartbitter und kaum was anderes.
Obwohl ich schon eine lange Zeit kein Nutella zu mir genommen habe, lebe ich noch…
Ich habe bisher jeden Tag zum Frühstück mein geliebtes Oatmeal gegessen ( das McCann’s Quick Cook Irish Flake Oatmeal). Ich habe bereits drei dieser Packungen vernichtet und dazu eine Flasche Ahornsirup.
Ja, Papa, ich passe auf, dass ich nicht so in die Breite gehe, wie meine Landsleute hier.
Juchuu, ich habe den guten australischen Wein, den ich ja so liebe, hier gefunden. Er kostet ungefähr genauso viel, wie in Deutschland, um die 5 bis 8 Euronen.
Ebenso habe ich hier gutes Wasser gefunden, das deutsche Gerolsteiner.
Kostet ca. einen Euro pro Liter, was nicht wirklich günstig ist (dreimal so teuer, wie das Wasser, was Nathan für sich immer kauft). Aber was solls, das gönn ich mir. Habe auch noch kein geschmacklich besseres Wasser hier gefunden.
Habe ich wirklich bisher in der “persönliche Impressionen” Kategorie nur von Essen erzählt?
Nun ja, jeder weiß, ich liebe happahappa…
Ich wollte ein paar Din A 4 Seiten meiner Bewerbungsunterlagen in einem Copy Shop einscannen/digitalisieren lassen und die wollten ernsthaft pro Seite von mir 10 Dollar haben (plus Steuer). Naja, dieser Copy Shop war wohl eher was für professionelle Angelegenheiten und nichts für eben mal ein paar Seiten scannen.
T’schuldigung, es geht jetzt wieder ums Essen….Ich liebe ja die Jelly Belly Beans (kleine bunte Bonbon Süßigkeit) und das obwohl ich eine Schokiperson bin und normal keine Gummisachen und dergleichen esse. Während ich diese Zielen schreibe, esse ich meine letzten drei Jelly Beans….naja, um ehrlich zu sein, war das am 18. Januar, als ich das englische posting geschrieben hab. Egal, weg sind sie *schnüff*
Jan 21, 2007 - Deutsch & USA | 0 comments »No comments so far.
Leave a comment - Sag was | or trackback (?)
RSS feed for comments on this post.