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A thing is not necessarily true because a man dies for it.

Free Willy? No, Free Wally!

missyCola @ 11:40 pm Kategorie: Diary & Perth & Pix

Nun mal wieder ein rein deutscher Eintrag. Ich hoffe, ich habe meine deutschen Leser eh nicht schon alle vergrault, da ich wieder mal mein Englisch-Deutsch-ZickZack schreibe. Man kann es ja nie allen recht machen…auch wenn man es gerne will. Und dann denkt mein Hirn nun wieder hauptsaechlich in englischer Sprache, was das Bloggen auf Englisch noch einfacher macht.
Nun also ein langer Eintrag nur fuer die Daheimgebliebenen (falls noch jemand mitliest):

Wie ihr vielleicht dem vorherigen Eintrag entnehmen konntet, haben wir seit einiger Zeit einen blinden Passagier, bzw. einen ungebetenen Mitbewohner in unserem Haus. Eine Maus, der wir den Namen Wally verpasst haben.
So ein niedliches kleines flinkes und leider immer hungriges Tierchen. Ich habe mich mit ihr, der Maus, angefreundet. Sie kam sogar bis auf wenige Zentimeter an mich heran. Hat mich beschnueffelt. Hat brav alle Kokosflocken gegessen, die ich fuer sie auf den Boden gestreut habe. Meine Gutmuetigkeit sollte schneller als bald bestraft werden.

Leider wurde sie uebermuetig und hat sich in meiner Kommode so richtig wohlgefuehlt und in meine Unterwaesche und meine Socken geschissen. Ich hoffe, sie hat nicht auch gepiescht, denn das konnte ich mit blossem Auge nicht erkennen. Auf jeden Fall war es danach aus mit unserer Freundschaft. Ich holte das Kriegsbeil hervor.

Nathan baute sogleich eine bereits in der Vergangenheit erprobte Lebendfalle und versicherte mir, dass ich nicht alle meine Klamotten umraeumen muss, was ich naemlich sofort tat, denn wir wuerden die Maus noch am gleichen Abend fangen. Ahja, dachte ich und war gespannt.

Nix tat sich. Wally ass die Spur aus Sonnenblumenkernen und Kokosflocken, die zur Falle fuehrte, leckte sogar einen Teil der Ernussbutter ab, die wir auf die Dose spachtelten, aber ging anscheinend nicht AUF die Dose, sondern leckte alles aus sicherer Entfernung ab. Schlaues Tier. Geduld ist eine Tugend und ich habe davon eindeutig zu wenig.

Das Ende vom Lied ist, dass unsere kleine suesse Maus inzwischen neue Wege erkoren hat, zum Beispiel kann sie anscheinend gut klettern oder die Waende hochlaufen.
Wally hat naemlich ein grosses Loch in mein 1kg Mehlpaket gekaut, welches in einem in die Wand eingelassenen Schrank, hinter verschlossener Tuer, auf Regalhoehe Zwei (ca. 1 Meter vom Boden) befand. dining table (hinter den weissen Tueren)
Im Schrank war kein Anzeichen zu finden, wie sie da reingekommen war. Kein Loch in der Rueckwand, kein Spalt nirgendwo. Wir waren echt sprachlos! Und dann ausgerechnet mein teures gutes glutenfreies Mehl. Ich war so sauer!

Dann, ein paar Stunden spaeter, nahm ich einen unserer Toepfe, samt Deckel und wollte mit der Zubereitung unseres Dinners anfangen, da fiel, als ich den Deckel aufsetzen wollte, ein kleines Stueck Kacke auf den Herd. Mhhh, wie angenehm!! :evil:

Die Kacke kam wohl aus dem Deckel. Aber Moment, wie kommt Mausscheisse auf das zweite, hoeher gelegene Drehregal im Eckschrank? Die beiden drehbaren Regale sind aus Metallstreben, da ist keine Moeglichkeit fuer ne kleine Maus dran hochzuklettern. Und aus dem Stand so hoch springen, kann sie bestimmt nicht. Ich dreh durch!!
Dann schaue ich in alle anderen Toepfe und Pfannen, die wir schon bewusst nur auf das zweite erhoehte Drehregal gelegt haben, und siehe da, in allen Pfannen sind typische Mausekoettelchen zu finden und in einer Pfanne klebte ein Koeddelchen sogar in etwas Nassem…Pipi? Na fein!

Nun wissen wir also, dass unsere Maus auch dort hinkommt, wo wir nie gedacht haetten, dass sie hinkommt.

Das Thema laesst mich nicht locker. Wer mich kennt, weiss Bescheid.
Ich schnappe mir das Internet (geht das ueberhaupt?) und nachdem ich ‘how to catch a mouse’ in die Suche eingegeben habe, erschienen zig Seiten mit allerhand guten Tipps.

Die erste Seite, die ich fand, war diese hier; samt gezeichneter Anleitung, wie man eine Maus faengt, ohne sie zu toeten. Prima, so einfach kann es sein.
Dann las ich noch in der Wiki hier und sah mir ein sehr lustiges Video mit vielen Tipps an und entschied mich fuer die einfachste und billigste Variante Nummer Eins.

Eine leere Klorolle zur Hand, etwas Erdnussbutter als kleines Haeufchen ins letzte Drittel geschmiert und die Rolle am Ende unseres Couchtisches platziert, so dass sie fast vorne ueber tippt, darunter/davor unseren hohen Eimer, der noch die alte selbstgebastelte Falle enthielt. An den Couchtisch lehnten wir laengliche Kissen, damit Wally es einfacher hat, auf den Tisch zu kommen.

Voller Vorfreue gingen wir dann gestern ins Bett.
Naja, ich zumindest. Nathan doesn’t really care, also ihm ist es fast egal, ob wir die Maus fangen, er will nur nicht mehr mein Genoergel sich anhoeren muessen. Gnihi.
Natuerlich findet er es auch eklig und nervig, aber wie Maenner manchmal so sind…es gibt wichtigere Dinge, um die man(n) sich kuemmern muss.
Ich war es auch, die fast vorm Weckerklingeln quicklebendig aus dem Bett sprang um nachzusehen, ob die Maus in die Falle gegangen war. Hatte ich erwaehnt, dass ich bereits in meinen Traeumen auf Mausfang ging? Nicht? Dann wisst ihr es jetzt!

Schon von Weitem hoerte ich ein Rascheln und wusste, sie MUSS in dem Eimer sein, den wir ja zur Haelfte mit Plastiktueten ausgestattet hatten, damit die Maus “weich” faellt. Alles nur zum Wohl des Tieres.
Ich trat an den Eimer heran und schwupps, da sah ich Wally grad noch sich schnell unter dem Plasticktuetendickicht verstecken. Grandios, es hatte also funktioniert! Und so schnell! Juchhu!!

Auf dem Couchtisch lag dieser Zettel, von meiner Mitbewohnerin verfasst:

Wie lustig, dass sie das noch schnell gereimt hat, bevor sie zur Arbeit gegangen ist.
Aber ich muss sagen, es war wirklich ein sehr befreiendes Gefuehl, zu wissen, dass man diesen kleinen Plagegeist los ist. Was fuer eine Wohltat; ehrlich!

Am Nachmittag wurde Wally dann ein paar Kilometer entfernt, freigelassen. Das sah dann so aus:

Nathan mit Wally kurz vor der Freilassung:

Ein Blick in den Eimer vor der Freilassung:

:)

Geniesse die Freiheit und ich bin mir sicher, du findest schnell neue Freunde:

So, nun heisst es abwarten, horchen und nach neuer Mauskacke gucken, denn es kann ja sein, dass wir mehr als eine Maus haben.

Fotos mit Handy geschossen, daher die mittelmaessige Qualitaet


3 comments to “Free Willy? No, Free Wally!”


1

Nee neee, es gibt sie noch, die deutschen Leser… ;-)

Armer Wally… irgendein höheres Tier der Nahrungskette hats bestimmt gefreut… *fg*

Schöne Grüße von Kiel nach Down Under!

BN | 17.July 2008 at 3:40 am

2

Juchhu! Schoen Sie zu lesen, Herr BN.
Praechtige Aussiegruesse zurueck!

missyCola | 17.July 2008 at 1:29 pm

3

Thx a lot! ;-)

Vielleicht hättet ihr den armen Wally ja auch behalten und zu Fotoaufnahmen dressieren sollen - so als deutsch-australische Antwort auf dooce.com *g*

BN | 18.July 2008 at 5:23 pm

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