Mein erster kleiner Job
missyCola @ 4:25 pm Kategorie: Perth & WorkDa sitze ich nun, an meinem ersten Arbeitsplatz und grinse in mich hinein, denn so selbstbewusst ich auch beim Vorstellungsgespraech einer hiesigen Jobagentur vor ein paar Wochen war, heute morgen schlotterten mir doch etwas die Knie, denn ich arbeite fuer eine recht imposante Bergbaufirma und vertrete heute die Rezeption, da das gesamte Team zu einem ausgiebigen Business Lunch geht und ich quasi den “Laden” huete.
Puh, ja, ich bin ja des Englischen maechtig, aber versteh mal einer all die verschiedenen auusie-englischen Aussprachen und Dialekte und dann noch am Telefon, wo der ein oder andere sich anhoert als hielte er oder sie ein Taschentuch vor dem Mund.
Naja, ich will ja lernen und habe mich ja selbst in diesen Job geworfen und wollte ja partut keinen Job, wo man in einem Kaemmerlein sitzt und stupide Daten eintraegt, was naemlich meine Mitbewohnerin (Englaenderin, mit Work-und-Travel-Visum und immerhin native spaeker im Vergleich zu mir) seit vier Wochen jeden Tag macht. No, never, das ist mir zu langweilig.
Ich wollte lieber mit Menschen zu tun haben und wenigstens halbwegs wichtige Aufgaben zu tun haben (ist das deutsch? klingt schraeg…), mehr als nur Essen und Getraenke durch die Gegend zu tragen (aka kellnern).
An jenem Tag, als ich mich mit einer der vielen Temp Job Agencies registrierte oder besser gesagt, mich live in Person vorstellte, hatte mein zustaendiger Sachbearbeiter zwei (temp) Jobs auf dem Tisch, die noch frei waren. Temp-Jobs sind sowas wie Nebenjobs, jedoch auf Vollzeitbasis (9-5pm) 5 Tage die Woche, dennoch meist nur ein paar Wochen von Dauer.
Ich haette sie nicht annehmen muessen, aber ich war sehr jobhungrig und dachte gleich zwei Jobs auf einmal ohne grosse Muehe ist besser als nix.
Einer der Jobs war dieser jener, wo ich mich gerade befinde und es ist auch nur ein Ein-Tages-Job; dafuer aber ein sehr netter. Denn ich habe wirklich nicht viel zu tun und wurde sogar ausdruecklich darauf hingewiesen, dass ich bitte das Internet besurfen sollte, da es bestimmt ein sehr ruhiger und langweiliger Nachmittag werden wuerde. Dazu wurde mir noch eine frische Ausgabe der Zeitung “The West Australian” hingelegt. Prima, denn ich habe nichts zu lesen mit, obwohl mein Arbeitsvermittler auch schon meinte, ich solle mir evtl. ein Buch zum Lesen mitnehmen. Das strebt jedoch gegen meine Arbeitsmanier. Ich bin schon gluecklich, dass ich offiziell im Internet surfen darf. Denn normalerweise ist das ein absolutes no-go (nicht erlaubt).
Mein halber Tag ist fast um und ich hatte bisher sieben Anrufe, wovon ich von Fuenfen die Namen, Nummern und Anliegen notiert habe. Von den Anrufern habe ich bis auf eine aeltere Dame alle gut verstehen koennen. Naja und einmal musste ich beim Nachnamen nachfragen, was ja mal vorkommen kann, wenn eine sehr tiefe maennliche Stimme durch die Leitung brummt. Insgesamt waren alle sehr freundlich, und ich war erst freundlich, mannoman, wie ich die englische Sprache doch liebe. Wobei ich mich gewundert habe, dass dieses “how are you” Gefrage/Gehabe irgendwie gefehlt hat. Haette ich es sagen muessen? Keiner hat mich gefragt, wie es mir geht…hmm vielleicht war es meine Aufgabe, schliesslich habe ich ja zuerst gesprochen? Falls Sabine hier mitliest, wie ist es denn bei Dir da drueben in London? Bei allen Businesstelefongespraechen mit oder ohne HAU?
In zehn Minuten ist meine Schicht zuende und noch sind die wichtigen Herrschaften nicht zurueck, obwohl sie meinten, sie kaemen bestimmt gegen 15 Uhr, eventuell etwas spaeter. Ob ich wohl dann auch noch bezahlt werde, wenn ich laenger hier sitze? Ich hoffe es wohl doch!
Um 17:30 bin ich mit Nathan zuhause verabredet und wir wollen ein japanisches Restaurant bei uns um die Ecke ausprobieren. Nach Hause brauche ich ungefaehr 45 Minuten mit zwei verschiedenen Bussen (inkl. Wartezeit und Fussmarsch). Das heisst, ich muesste also spaetestens in 20 Minuten den Laden hier verlassen. Hmm…mal schauen.
Draussen biegen sich die Baeume und Palmen! Sieht ganz schoen duester aus. Ich sitze hier in so nem Glaskasten und hoffe, dass keine der riesigen Palmen umknickt. Hier ist Sturm angesagt, aber richtig heftig. Wind mit bis zu 100km/Std. Heute morgen, auf dem Weg zum Bus, bin ich richtig schoen nass geworden, denn wenn es hier regnet, dann ist es gleich wie ein tropischer Regenguss (habe sowas bisher nur hier erlebt). Wir haben mal wieder ein Unwetter sondergleichen. Ich hoffe, ich komme einigermassen trocken nach Hause.
Ja, just in diesem Moment kommt die Brigarde vom langen Mittagsmeeting zurueck. Ich kann also doch puenktlich gehen. Und es sieht so aus, als wenn es grad mal nicht regnet. Prima!
4 comments to “Mein erster kleiner Job”
Interessant, bei mir ist es immer mit HAU. Dies kann aber auch daran liegen, dass ich vorwiegend mit Engländern zu tun habe. Teilweise kenne ich aber auch die Anrufer schon und man quatscht so oder so ein wenig. Selbst wenn Kunden aus Deutschland anrufen kommt das HAU schon vor, weil es beide Seiten so gewohnt sind.
Als Temp ist echt ein guter Start, da man so an viele unterschiedliche Jobs kommt und viel Erfahrung macht. Wir haben z.B. vor zwei Wochen einen Temp gebraucht weil ein Designer im Urlaub war und so viel Arbeit vorhanden war. Der Temp war dann aber so gut, dass wir ihm auch gleich einen festen Job angeboten haben. Seit letzter Woche ist er nun fest bei uns.. daher…
viel Erfolg noch bei der weiteren Jobsuche.
Kille | 19.July 2008 at 10:28 pm
Danke euch beiden! Es scheint also nicht ueberall gleich zu sein…mit dem HAU. Hmm…Ich finde es ja generell immer so lang, dieses hin-und-her-Gefrage…bis man endlich zum Punkt kommt.
Nathan meinte jedoch, es kommt unhoeflich rueber, wenn man das HAU-Spektakel weglaesst. Werde mal sehen, wie es bei meinem naechsten Job diese Woche ist.
Ich muss meinen letzten Kommentar leider updaten.
Der Temp, den wir festangestellt hatten, ist seit Montag leider nicht mehr aufgetaucht. Er ist zurueck nach Pakistan gegangen und hat uns dies von dort dann mitgeteilt.
Tja, wer nicht will der hat schon…
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Jau, ich lese mit.
HeXXe | 19.July 2008 at 1:20 amEigentlich selten HAU. Ein Kollege aus USA fragts immer aber ansonsten kaum einer. Ich glaub, das ist doch unüblich am Fon. Und ich melde mich ja auch zuerst, eben mit Firma und Name und so, und denke, wenn dann muesste der andere es fragen. Ich frage meistens eher “How can I help you” wenn der andere sich vorgestellt hat…
Wuerde mir daruber keine Gedanken machen. Und auch an die verschiedenen Akzente gewöhnt man sich. Nachfragen ist ja auch nicht schlimm. Muss ich oft, gerade bei Indern oder Pakistani… Ich denke, mit so nem Job bist du auch auf jeden Fall besser bedient, da du mit Leuten sprichst und dadurch dein Englisch noch mehr verbesserst…