Wally II

July 18, 2008 - Australia & DEUTSCH - (6) COMMENTs

Da freuten wir uns doch zu frueh, als wir glaubten, wir lebten nun mausfrei.

Soeben haben wir ein klitzekleines Mausebaby gesichtet, dass genauso wie Wally unter dem Kuehlschrank hervorkommt und auch nicht wirklich grosse Scheu vor uns zu haben scheint. Wally war anscheinend die Mama…und das hier ist eins der kids. Es scheint hungrig zu sein und da Mama nun nicht mehr da ist, muss es wohl selbst auf Fresstour gehen. Oh neeeeiiin!

Nuetzt alles nichts…die Falle wird wieder aufgebaut, Klopapierrollen (leere) und Erdnusbutter haben wir zum Glueck genug im Haus.

Es war doch zu schoen, um wahr zu sein.

Das kleine Baby ist aber auch zu suess. Habe nie ein Mausbaby zuvor live und in Farbe und dann so nah gesehen. Schon echt knuffig. Und der Schwanz ist so kurz…was ein Schnuckel. :love:

Mein erster kleiner Job

- Australia & DEUTSCH - (4) COMMENTs

Da sitze ich nun, an meinem ersten Arbeitsplatz und grinse in mich hinein, denn so selbstbewusst ich auch beim Vorstellungsgespraech einer hiesigen Jobagentur vor ein paar Wochen war, heute morgen schlotterten mir doch etwas die Knie, denn ich arbeite fuer eine recht imposante Bergbaufirma und vertrete heute die Rezeption, da das gesamte Team zu einem ausgiebigen Business Lunch geht und ich quasi den “Laden” huete.

Puh, ja, ich bin ja des Englischen maechtig, aber versteh mal einer all die verschiedenen auusie-englischen Aussprachen und Dialekte und dann noch am Telefon, wo der ein oder andere sich anhoert als hielte er oder sie ein Taschentuch vor dem Mund.

Naja, ich will ja lernen und habe mich ja selbst in diesen Job geworfen und wollte ja partut keinen Job, wo man in einem Kaemmerlein sitzt und stupide Daten eintraegt, was naemlich meine Mitbewohnerin (Englaenderin, mit Work-und-Travel-Visum und immerhin native spaeker im Vergleich zu mir) seit vier Wochen jeden Tag macht. No, never, das ist mir zu langweilig.

Ich wollte lieber mit Menschen zu tun haben und wenigstens halbwegs wichtige Aufgaben zu tun haben (ist das deutsch? klingt schraeg…), mehr als nur Essen und Getraenke durch die Gegend zu tragen (aka kellnern).

An jenem Tag, als ich mich mit einer der vielen Temp Job Agencies registrierte oder besser gesagt, mich live in Person vorstellte, hatte mein zustaendiger Sachbearbeiter zwei (temp) Jobs auf dem Tisch, die noch frei waren. Temp-Jobs sind sowas wie Nebenjobs, jedoch auf Vollzeitbasis (9-5pm) 5 Tage die Woche, dennoch meist nur ein paar Wochen von Dauer.

Ich haette sie nicht annehmen muessen, aber ich war sehr jobhungrig und dachte gleich zwei Jobs auf einmal ohne grosse Muehe ist besser als nix.

Einer der Jobs war dieser jener, wo ich mich gerade befinde und es ist auch nur ein Ein-Tages-Job; dafuer aber ein sehr netter. Denn ich habe wirklich nicht viel zu tun und wurde sogar ausdruecklich darauf hingewiesen, dass ich bitte das Internet besurfen sollte, da es bestimmt ein sehr ruhiger und langweiliger Nachmittag werden wuerde. Dazu wurde mir noch eine frische Ausgabe der Zeitung “The West Australian” hingelegt. Prima, denn ich habe nichts zu lesen mit, obwohl mein Arbeitsvermittler auch schon meinte, ich solle mir evtl. ein Buch zum Lesen mitnehmen. Das strebt jedoch gegen meine Arbeitsmanier. Ich bin schon gluecklich, dass ich offiziell im Internet surfen darf. Denn normalerweise ist das ein absolutes no-go (nicht erlaubt).

Mein halber Tag ist fast um und ich hatte bisher sieben Anrufe, wovon ich von Fuenfen die Namen, Nummern und Anliegen notiert habe. Von den Anrufern habe ich bis auf eine aeltere Dame alle gut verstehen koennen. Naja und einmal musste ich beim Nachnamen nachfragen, was ja mal vorkommen kann, wenn eine sehr tiefe maennliche Stimme durch die Leitung brummt. Insgesamt waren alle sehr freundlich, und ich war erst freundlich, mannoman, wie ich die englische Sprache doch liebe. Wobei ich mich gewundert habe, dass dieses “how are you” Gefrage/Gehabe irgendwie gefehlt hat. Haette ich es sagen muessen? Keiner hat mich gefragt, wie es mir geht…hmm vielleicht war es meine Aufgabe, schliesslich habe ich ja zuerst gesprochen? Falls Sabine hier mitliest, wie ist es denn bei Dir da drueben in London? Bei allen Businesstelefongespraechen mit oder ohne HAU?

In zehn Minuten ist meine Schicht zuende und noch sind die wichtigen Herrschaften nicht zurueck, obwohl sie meinten, sie kaemen bestimmt gegen 15 Uhr, eventuell etwas spaeter. Ob ich wohl dann auch noch bezahlt werde, wenn ich laenger hier sitze? Ich hoffe es wohl doch!

Um 17:30 bin ich mit Nathan zuhause verabredet und wir wollen ein japanisches Restaurant bei uns um die Ecke ausprobieren. Nach Hause brauche ich ungefaehr 45 Minuten mit zwei verschiedenen Bussen (inkl. Wartezeit und Fussmarsch). Das heisst, ich muesste also spaetestens in 20 Minuten den Laden hier verlassen. Hmm…mal schauen.

Draussen biegen sich die Baeume und Palmen! Sieht ganz schoen duester aus. Ich sitze hier in so nem Glaskasten und hoffe, dass keine der riesigen Palmen umknickt. Hier ist Sturm angesagt, aber richtig heftig. Wind mit bis zu 100km/Std. Heute morgen, auf dem Weg zum Bus, bin ich richtig schoen nass geworden, denn wenn es hier regnet, dann ist es gleich wie ein tropischer Regenguss (habe sowas bisher nur hier erlebt). Wir haben mal wieder ein Unwetter sondergleichen. Ich hoffe, ich komme einigermassen trocken nach Hause.

Ja, just in diesem Moment kommt die Brigarde vom langen Mittagsmeeting zurueck. Ich kann also doch puenktlich gehen. Und es sieht so aus, als wenn es grad mal nicht regnet. Prima!

Free Willy? No, Free Wally!

July 16, 2008 - Australia & DEUTSCH & Visuelles - (3) COMMENTs

Nun mal wieder ein rein deutscher Eintrag. Ich hoffe, ich habe meine deutschen Leser eh nicht schon alle vergrault, da ich wieder mal mein Englisch-Deutsch-ZickZack schreibe. Man kann es ja nie allen recht machen…auch wenn man es gerne will. Und dann denkt mein Hirn nun wieder hauptsaechlich in englischer Sprache, was das Bloggen auf Englisch noch einfacher macht.
Nun also ein langer Eintrag nur fuer die Daheimgebliebenen (falls noch jemand mitliest):

Wie ihr vielleicht dem vorherigen Eintrag entnehmen konntet, haben wir seit einiger Zeit einen blinden Passagier, bzw. einen ungebetenen Mitbewohner in unserem Haus. Eine Maus, der wir den Namen Wally verpasst haben.
So ein niedliches kleines flinkes und leider immer hungriges Tierchen. Ich habe mich mit ihr, der Maus, angefreundet. Sie kam sogar bis auf wenige Zentimeter an mich heran. Hat mich beschnueffelt. Hat brav alle Kokosflocken gegessen, die ich fuer sie auf den Boden gestreut habe. Meine Gutmuetigkeit sollte schneller als bald bestraft werden.

Leider wurde sie uebermuetig und hat sich in meiner Kommode so richtig wohlgefuehlt und in meine Unterwaesche und meine Socken geschissen. Ich hoffe, sie hat nicht auch gepiescht, denn das konnte ich mit blossem Auge nicht erkennen. Auf jeden Fall war es danach aus mit unserer Freundschaft. Ich holte das Kriegsbeil hervor.

Nathan baute sogleich eine bereits in der Vergangenheit erprobte Lebendfalle und versicherte mir, dass ich nicht alle meine Klamotten umraeumen muss, was ich naemlich sofort tat, denn wir wuerden die Maus noch am gleichen Abend fangen. Ahja, dachte ich und war gespannt.

Nix tat sich. Wally ass die Spur aus Sonnenblumenkernen und Kokosflocken, die zur Falle fuehrte, leckte sogar einen Teil der Ernussbutter ab, die wir auf die Dose spachtelten, aber ging anscheinend nicht AUF die Dose, sondern leckte alles aus sicherer Entfernung ab. Schlaues Tier. Geduld ist eine Tugend und ich habe davon eindeutig zu wenig.

Das Ende vom Lied ist, dass unsere kleine suesse Maus inzwischen neue Wege erkoren hat, zum Beispiel kann sie anscheinend gut klettern oder die Waende hochlaufen.
Wally hat naemlich ein grosses Loch in mein 1kg Mehlpaket gekaut, welches in einem in die Wand eingelassenen Schrank, hinter verschlossener Tuer, auf Regalhoehe Zwei (ca. 1 Meter vom Boden) befand. dining room with built-in cupboards(hinter den weissen Tueren)
Im Schrank war kein Anzeichen zu finden, wie sie da reingekommen war. Kein Loch in der Rueckwand, kein Spalt nirgendwo. Wir waren echt sprachlos! Und dann ausgerechnet mein teures gutes glutenfreies Mehl. Ich war so sauer!

Dann, ein paar Stunden spaeter, nahm ich einen unserer Toepfe, samt Deckel und wollte mit der Zubereitung unseres Dinners anfangen, da fiel, als ich den Deckel aufsetzen wollte, ein kleines Stueck Kacke auf den Herd. Mhhh, wie angenehm!! :evil:

Die Kacke kam wohl aus dem Deckel. Aber Moment, wie kommt Mausscheisse auf das zweite, hoeher gelegene Drehregal im Eckschrank? Die beiden drehbaren Regale sind aus Metallstreben, da ist keine Moeglichkeit fuer ne kleine Maus dran hochzuklettern. Und aus dem Stand so hoch springen, kann sie bestimmt nicht. Ich dreh durch!!
Dann schaue ich in alle anderen Toepfe und Pfannen, die wir schon bewusst nur auf das zweite erhoehte Drehregal gelegt haben, und siehe da, in allen Pfannen sind typische Mausekoettelchen zu finden und in einer Pfanne klebte ein Koeddelchen sogar in etwas Nassem…Pipi? Na fein!

Nun wissen wir also, dass unsere Maus auch dort hinkommt, wo wir nie gedacht haetten, dass sie hinkommt.

Das Thema laesst mich nicht locker. Wer mich kennt, weiss Bescheid.
Ich schnappe mir das Internet (geht das ueberhaupt?) und nachdem ich ‘how to catch a mouse’ in die Suche eingegeben habe, erschienen zig Seiten mit allerhand guten Tipps.

Die erste Seite, die ich fand, war diese hier; samt gezeichneter Anleitung, wie man eine Maus faengt, ohne sie zu toeten. Prima, so einfach kann es sein.
Dann las ich noch in der Wiki hier und sah mir ein sehr lustiges Video mit vielen Tipps an und entschied mich fuer die einfachste und billigste Variante Nummer Eins.

Eine leere Klorolle zur Hand, etwas Erdnussbutter als kleines Haeufchen ins letzte Drittel geschmiert und die Rolle am Ende unseres Couchtisches platziert, so dass sie fast vorne ueber tippt, darunter/davor unseren hohen Eimer, der noch die alte selbstgebastelte Falle enthielt. An den Couchtisch lehnten wir laengliche Kissen, damit Wally es einfacher hat, auf den Tisch zu kommen.

Voller Vorfreue gingen wir dann gestern ins Bett.
Naja, ich zumindest. Nathan doesn’t really care, also ihm ist es fast egal, ob wir die Maus fangen, er will nur nicht mehr mein Genoergel sich anhoeren muessen. Gnihi.
Natuerlich findet er es auch eklig und nervig, aber wie Maenner manchmal so sind…es gibt wichtigere Dinge, um die man(n) sich kuemmern muss.
Ich war es auch, die fast vorm Weckerklingeln quicklebendig aus dem Bett sprang um nachzusehen, ob die Maus in die Falle gegangen war. Hatte ich erwaehnt, dass ich bereits in meinen Traeumen auf Mausfang ging? Nicht? Dann wisst ihr es jetzt!

Schon von Weitem hoerte ich ein Rascheln und wusste, sie MUSS in dem Eimer sein, den wir ja zur Haelfte mit Plastiktueten ausgestattet hatten, damit die Maus “weich” faellt. Alles nur zum Wohl des Tieres.
Ich trat an den Eimer heran und schwupps, da sah ich Wally grad noch sich schnell unter dem Plasticktuetendickicht verstecken. Grandios, es hatte also funktioniert! Und so schnell! Juchhu!!

Auf dem Couchtisch lag dieser Zettel, von meiner Mitbewohnerin verfasst:

Wie lustig, dass sie das noch schnell gereimt hat, bevor sie zur Arbeit gegangen ist.
Aber ich muss sagen, es war wirklich ein sehr befreiendes Gefuehl, zu wissen, dass man diesen kleinen Plagegeist los ist. Was fuer eine Wohltat; ehrlich!

Am Nachmittag wurde Wally dann ein paar Kilometer entfernt, freigelassen. Das sah dann so aus:

Nathan mit Wally kurz vor der Freilassung:

Ein Blick in den Eimer vor der Freilassung:

:)

Geniesse die Freiheit und ich bin mir sicher, du findest schnell neue Freunde:

So, nun heisst es abwarten, horchen und nach neuer Mauskacke gucken, denn es kann ja sein, dass wir mehr als eine Maus haben.

Fotos mit Handy geschossen, daher die mittelmaessige Qualitaet

Go out of my underwear!

July 5, 2008 - Australia & ENGLISH - (0) COMMENTs

Yes, I mean you, you little cute thing. I thought we are friends. Thought we respect each other. We all have to live together in this house, I mean, you don’t really asked if we like to have you here, but well…living together means sharing, and you know, sharing doesn’t mean that you have access to my underwear. Understand? Hey, I talk to you, mate! You pooped all over my stuff, that is not nice, hear me? I don’t know if you peed as well, could not tell, but I hope you didn’t!
Out with you, damn little fur coated thing…called WALLY! Yes, we gave you this name…and tonight we built a trap, I mean Nathan did, and tomorrow we will set you free…somewhere far away from this our home. If the weather is nice, we will take you with us to a National Park near the Swan River. You can look forward to making new friends over there…Ha Ha!
I hope you enjoy the peanut butter, sunflower seeds and the popcorn on the tin can before you’ll fall into the bucket. Enjoy!!!

8) *evil**grin**behindmyshades*

Deja Vu?

July 3, 2008 - Australia & ENGLISH - (2) COMMENTs

I can just repeat, damn we have a...
Slowly she gets really confiding…she comes out when we sit at the table eating dinner and I can also sit only 20 centimeters close to her and she sniffs on me. So cute! Her nose! I always think of the movie…Feivel…ehm I mean ‘An American Tail’!
Since we then saw that there is mouse poop on our dinner table we know that it/she/whatever can climb up the chairs to reach the top of the table and we think it is not so cute anymore…quite disgusting, because we have our food on the table. Now we think about building a trap. Quite deja vu to about one year ago in the lands of New Mexico…I never had a mouse in Germany and I don’t know anyone who had one. It can’t be only the climate? Well, I should stop feeding it with cocos flakes and bread crumbs. :)

Ich brauch eigentlich nur zu wiederholen, verdammt wir haben eine…..
Und so langsam wird sie fast zutraulich…sie kommt raus, wenn wir am Tisch sitzen und Abendbrot essen und ich kann sogar nur ca. 20 Zentimeter neben ihr hocken und sie schnueffelt mich an. Echt suess! Die Nase! Ich muss immer an den Film ‘Feivel der Mauswanderer’ denken.
Seitdem wir aber ihre Kackkoedel auf unserem Esstisch fanden und wissen, dass sie irgendwie an den Stuehlen rauflaufen muss, um auf den Tisch zu gelangen, finden wir es doch eklig und ueberlegen, eine Falle zu bauen. Irgendwie ganz schoen deja-vu-maessig in Hinblick auf ungefaehr ein Jahr zurueckgeblickt nach New Mexiko…Ich hatte in Deutschland nie ne Maus und ich kenne auch keinen, der eine hatte. Es kann doch nicht nur am Klima liegen? Vielleicht sollte ich aufhoeren sie mit Kokosflocken und Brotkruemeln zu fuettern. ;)



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